Abseits oder nicht war hier keine Frage – 2:1-Sieg gegen den SV Refrath/Frankenforst

Alles begann an diesem 20. Spieltag zunächst damit, dass die Pfeife nicht aufzufinden war. Und damit ist nicht irgendein Spieler gemeint, sondern tatsächlich das Utensil, das jeden Schiedsrichter erst zum Schiedsrichter macht. Doch eigentlich müssen wir noch einen Schritt zurück gehen. Leider begann es eigentlich damit, dass wieder einmal kein Unparteiischer erschien, ein häufiger auftretender Umstand, den wir vermutlich nicht nur bei den Waldbröler D-Junioren kennen. Bei einem Spiel, in dem der Tabellendritte (Refrath) gegen den Tabellenvierten (RS 19) antritt und in dem der Sieg darüber entscheidet, wer am Ende des Spieltages den dritten Platz belegt, ist das jedoch nicht nur ein bisschen lästig, sondern kann sich zu einem heiklen Problem auswachsen. Ein Waldbröler Vater, der bereit war, den unliebsamen Job zu übernehmen, war dennoch schnell gefunden, eine Pfeife für ihn leider nicht. Trainer Karsten Klemmer, selbst aktiver Schiedsrichter, hatte zwar eine rote und gelbe Karte dabei, aber keine Pfeife im Auto. Ein Spieler, der in direkter Nähe der Maibuche wohnt, besitzt zwar eine Pfeife, aber er konnte diese so schnell nicht finden (ein den Eltern unter uns vermutlich nicht ganz unbekanntes Problem). Nach einiger Herumtelefoniererei und Spekulationen darüber, ob Sport Messerer wohl am Samstag um 13:30 noch auf hat, ließ sich das Gesuchte doch endlich auftreiben und um 13:40 konnte die Partie dann endlich starten.

Die ersten zehn Minuten verbrachten unsere Jungs damit, sich klar zu machen, dass nach der Verzögerung nun doch endlich Fußball gespielt wurde. Entsprechend waren es auch die Refrather, die den ersten, allerdings nicht allzu gefährlichen Torschuss abgaben. Danach war unsere D 1 allerdings wach und obwohl beide Mannschaften sich von ihrer spielerischen Qualität her nicht viel taten, waren es dennoch unsere Jungs, die die besseren Chancen hatten und wiederholt zum Abschluss kamen, den Ball jedoch nicht im Tor unterbrachten. Eine Führung zur Halbzeit wäre sicherlich verdient gewesen, doch es stand nach 30 Minuten immer noch 0:0. Die zweite Hälfte begann, wie die erste geendet hatte. Unsere D 1 blieb weiterhin kämpferisch und gerade Leontin Asani wurde häufiger vom Gegner heftig angegangen, verschaffte sich jedoch Respekt und setzte sich in den Zweikämpfen fast immer durch. Immer wieder suchte er dann Kevin Drugov in der Spitze, der wiederholt für brenzlige Situationen für die Refrather sorgte, auch wenn er das eine oder andere Mal dabei manchmal seine besser stehenden Mitspieler ein bisschen aus den Augen verlor. Refrath setzte indessen auf Konter. In der 34. Minute gelang dem Gegner dann der Durchbruch und dem Waldbröler Torhüter Noah Lang, der wohl von Abseitsrufen ein bisschen verunsichert worden war, gelang es nicht mehr den Ball zu halten. Tatsächlich war das Tor wohl aus einer Abseitsposition entstanden, doch der Schiedsrichter hatte es nicht als solches wahrgenommen und so stand es plötzlich 0:1 für Refrath. Unsere Jungs wirkten leicht geschockt und tatsächlich sah es im ersten Moment nach dem Anstoß so aus, als würde es Refrath nun gelingen direkt auf 0:2 zu erhöhen, doch irgendwie gelang die Abwehr des Angriffs, der Ball wurde über mehrere Stationen in die gegnerische Hälfte getragen und erreichte Kevin Drugov, dem nun zum Schock für Refrath der Ausgleich gelang. Damit war die Partie wieder offen und gestaltete sich in der kommenden Zeit mehr oder weniger als Spiel auf ein Tor. Refrath wusste nicht mehr so recht was es gegen die auch körperlich überlegenen Waldbröler unternehmen sollte und verhinderte nur durch Glück weitere Tore. In der 55. Minute war es dann jedoch erneut Kevin Drugov, der angespielt wurde und den Ball zum 2:1-Endstand im Tor versenkte. Allerdings war wohl auch dieser Treffer eigentlich aus dem Abseits erzielt, sodass man von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen kann. Die letzten Minuten wurden dann noch einmal sehr hektisch. Refrath tat alles, um den Ausgleich zu erzielen, doch die Abwehr mit Leon Jünger, Jordi Koch und Julian Zimmermann, verstärkt durch Samuel Protz als Sechser und durch massive Mitarbeit von Nick Crisci und Leontin Asani hielt stand, während Kevin Drugov und Edi Lindner weiterhin vorne lauerten. Noch einmal hielten die Waldbröler Zuschauer die Luft an, als der Schiedsrichter auf einen Freistoß für Refrath entschied, weil Noah Lang den Ball angeblich außerhalb des Strafraums mit der Hand aufgenommen hatte, doch der Schuss ging weit am Tor vorbei. Nach zwei Minuten Nachspielzeit war es dann endlich so weit. Die Waldbröler D 1 sicherte das 2:1 und damit den dritten Tabellenplatz.