„Die anderen sind doppelt so groß und führen auch schon 3:0“, bekam der Ex-Trainer der C1, Filippo Crisci, zu hören, als er sich telefonisch gegen viertel nach drei am 03.09, dem ersten Spieltag der C-Junioren, erkundigte, wie es denn in Untereschbach stehe. Glücklicherweise entsprach die Aussage nicht den Tatsachen, denn erstens waren die Untereschbacher Jungs nur etwa gleichgroß und zweitens hatte das Spiel zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht angefangen.

Etwa fünf Minuten später wurde die Partie vom Unparteiischen angepfiffen und die Zuschauer erlebten ein hektisches Spiel, in dem der TuS am Anfang massiven Druck auf unsere neu formierte C-Jugend aufbaute. Zunächst schien nicht viel zusammenzulaufen, kaum verwunderlich, wenn man bedenkt dass diese Mannschaft so vor gerade mal einer Woche zum ersten Mal in einem Freundschaftsspiel gegen Altenkirchen zusammengespielt hat und einige wichtige Leistungsträger altersbedingt in die B-Jugend wechseln mussten.

Als sich der Ex-Trainer nach einer viertel Stunde wieder meldete, konnte man ihm dennoch glücklicherweise mitteilen, dass es noch 0:0 stand und sich unsere Jungs so langsam sortiert bekämen, auch wenn von effizienter Chancenverwertung wieder einmal nicht die Rede sein konnte. Einige dicke Möglichkeiten, darunter ein Elfmeter, blieben ungenutzt und so kam es wie es kommen musste, in der 26. Minute ging Untereschbach in Führung, weil unsere C1 im Mittelfeld nicht konsequent genug attackierte. In der zweiten Halbzeit wechselte Trainer Philipp Pulm im Sturm und brachte für den im Moment etwas glücklos spielenden Kevin Drugov Jan Hopfauf, der diesen Wechsel in der 46. Minute mit dem Ausgleich belohnte. Vorbereitet wurde das schön heraus gespielte Tor von dem wechselnd rechts außen und zentral spielenden Nick Crisci, der durch seine herausragende Schnelligkeit die Abwehrspieler des Gegners immer wieder zur Verzweiflung trieb. Obwohl es weiterhin Defizite im Spielaufbau gab, motivierte der Anschlusstreffer die Waldbröler sichtbar und Untereschbach gelangte kaum noch vor das von Noah Lang gehütete Tor. Zudem wurde deutlich, dass der Gegner mittlerweile massive konditionelle Probleme hatte. Die mittlerweile offensichtliche Überlegenheit des RS 19 wurde in der 63. Minute endlich von Erfolg gekrönt. Nach einem langen Abschlag von Noah Lang war es erneut Jan Hopfauf, der den Ball sieben Minuten vor Ende der regulären Spielzeit im Tor versenkte. Mit einem weiteren Treffer wäre vermutlich alles klar gewesen, doch wieder fehlte ein bisschen das Glück und in der letzten Minute kam dann noch Pech hinzu. Noch einmal erhielt der Gegner eine Ecke. Als Noah Lang versuchte den Ball im Fünfer endgültig zu sichern, umfasste er im Eifer des Gefechts einen Gegenspieler. Der Schiedsrichter wertete diese Situation als elfmeterwürdig und so erhielt Untereschbach noch einmal die Chance zum Ausgleich, die der Strafstoßschütze sicher nutzte. Sofort danach erfolgte der Schlusspfiff.

Auch wenn die Umstände, die zu diesem Unentschieden führten recht bitter waren, zogen alle Beteiligten im Anschluss an das Spiel eher eine positive Bilanz. Noah Lang im Tor zeigte, dass er durch seine Körpergröße nicht nur über körperliche Präsenz verfügt, sondern auch über die Nerven und die Konsequenz, die einen guten Torwart auszeichnen. Die Abwehrviererkette aus den erfahrenen Verteidigern Leon Jünger, Julian Zimmermann und Kai Schulz, die von Moritz Gernert, der nach einigen Jahren Fußballabstinenz zur Mannschaft zurückgekehrt ist, ergänzt wurde, hielt den Untereschbacher Angriffen weitgehend problemlos stand. Und auch Lutfi Bajrami, der zeitweise für Kai Schulz eingewechselt wurde, machte seine Sache gut. Aus der Mitte kamen zwar einige gute Ansätze, doch den beiden Sechsern, Jordi Koch und Tom Elvermann, fehlt noch ein bisschen die Routine auf dieser für sie ganz neuen Position. Ähnliches gilt auch für Samuel Protz, der an diesem ersten Spieltag noch nicht sein ganzes Talent in der Rolle des Spielmachers zeigen konnte. Der Sturm wurde in diesem ersten Spiel von Nick Crisci und Jan Hopfauf dominiert, doch dass sowohl Kevin Drugov als auch Edi Lindner Tore schießen können, haben sie in den letzten Jahren oft genug bewiesen.

Das erste Spiel in der Sonderstaffel lässt somit auf eine spannende Saison hoffen.