Ursprünglich sollte das erste Spiel der Rückrunde noch vor der Winterpause, nämlich am 10.12.16, stattfinden, doch an diesem Tag war der Platz an der Maibuche wegen Unbespielbarkeit gesperrt. Das Spiel wurde deshalb auf den Abend des 28.02.17 verlegt. Ja richtig, das war derselbe Abend, an dem auch das Pokalspiel zwischen Lotte und dem BVB stattfinden sollte und ja richtig, dieses Spiel in Lotte wurde wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt.

Bis um 17:00 Uhr war an der Maibuche alles gut, wahrscheinlich so auch in Lotte. Um 17:15 Uhr fielen in Waldbröl die ersten Schneeflocken und spätestens um 17:45 Uhr gab es eine geschlossene Schneedecke. Um 18:20 Uhr, zehn Minuten vor geplantem Anpfiff, sah es deswegen trotz unentwegten Räumeinsatzes der Waldbröler Ergänzungsspieler eher nach einer Schneeballschlacht als nach einem Fußballspiel aus, aber der Schiedsrichter beschloss die Partie stattfinden zu lassen. Vielleicht hätte sich Lotte daran besser ein Beispiel genommen, denn von der ersten Minute an wurde klar, dass unsere C-Junioren, wie unlängst Lotte, an diesem Abend den unbedingten Willen zum Sieg hatten und dass sie daran auch das Wetter nicht hindern würde. Glücklicherweise erwies sich zudem der Gegner nicht als verkappter BVB, sondern als recht hilflos, was die Daueroffensive der RS 19-Spieler betraf. Schon nach wenigen Minuten hätte es eigentlich mindestens 2:0 stehen müssen, doch bei den ersten Aktionen fehlte einfach das Glück. In der 22. Minute platzte dann aber der Knoten. Nach einem sehr schönen Kombinationsspiel machte Tom Elvermann das erste Tor des Matches und auch sein erstes der Saison. Und auch das zweite Tor war ein Debüt. Yannick Reinhold, der in dieser Partie erstmals von Beginn an im zentralen Sturm spielte, erhöhte nach einem Traumpass von Edi Lindner in der 33. Minute zum 2:0. Danach ging es erstmal mit einem guten Gefühl in die Pause, auch wenn natürlich klar war, dass eine 2:0-Führung zur Halbzeit noch kein sicherer Sieg war.

Die zweiten 35 Minuten begannen dann auch mit einem nun entschlossener aufspielenden Tus Untereschbach. Kurz kam bei den Waldbröler Zuschauern die Angst auf, dass unseren Jungs die Puste ausgehen könnte. Sie wirkte unkonzentriert, verloren auf dem tückischen Platz nun viel häufiger die Bälle und mussten sie dann unter kräftezehrendem Einsatz wieder zurückerobern. Trotz dieser schlechteren Phase blieb das Mittelfeld dennoch viel kompakter als in den letzten Spielen. Kevin Drugov als Zehner, der sich in den letzten Spielen manchmal sicherlich ein bisschen von seinem Mittelfeld allein gelassen gefühlt hatte, konnte sich diesmal darauf verlassen, dass die beiden Sechser Tom Elvermann und Jordi Koch (ab der 61. hierfür Lutfi Bajrami) den Gegner konsequent attackierten. Und auch Nick Crisci und Edi Lindner auf den Außenbahnen arbeiteten intensiv nach hinten mit, sodass die Defensive, gebildet aus den Außenverteidigern Leon Jünger und Kubi Metin (ab der 63. hierfür Jan-Niklas Scheffler) und den Innenverteidigern Samuel Protz und Julian Zimmermann in diesem Match recht selten wirklich gefordert waren.

In der 51. Minute scheiterte einer der wenigen Untereschbacher Angriffe und der RS 19-Torhüter Noah Lang erkannte die Chance. Bevor der Gegner überhaupt begriffen hatte, dass das Spiel schon wieder lief, hämmerte er den Ball nach vorne und dieser fiel präzise vor Nick Crisci Füße, der damit allein auf das gegnerische Tor zustürmte und zum 3:0 erhöhte. Auch für die nächsten beiden Tore zeichnete die Waldbröler Nummer 7 direkt oder indirekt verantwortlich. Gerade einmal sechs Minuten später spielten die Untereschbacher einen unglücklichen Rückpass. Dieser blieb in einer Schneewehe stecken. Nick erkannte die Chance und baute die Führung zum 4:0 aus. Völlig geschockt von der Schnelligkeit des Waldbröler Rechtsaußen, sah die gegnerische Defensive vier Minuten später nur noch die Möglichkeit, Nick im Strafraum unsanft von den Beinen zu holen. Überhaupt wurde das Spiel von Untereschbacher Seite physisch und verbal zunehmend aggressiver. Und auch der folgende von Samuel Protz sicher verwandelte Elfmeter trug nicht dazu bei, den Frust des Gegners zu senken. Das letzte Tor des Tages erzielte dann in der 67. Minute der für Yannick Reinhold eingewechselte Jan Hopfauf.

Damit endete ein spannendes und trotz des Wetters technisch ansprechendes Spiel, in dem unsere C-Junioren gezeigt haben, dass sie – wenn sie sich nicht einschüchtern lassen und sich füreinander einsetzen – durchaus auf Sonderstaffelniveau Fußball spielen können. Vielleicht sollten sie demnächst auch einfach immer in den eingelaufenen Trikots der ersten Mannschaft spielen. Das scheint sie zu beflügeln.

 

Geschrieben von Stefanie Zimmermann