Sowohl für die anreisenden Bensberger als auch für unsere Waldbröler C-Junioren war klar, dass das Spiel am 01.04. nicht unter die Kategorie Aprilscherz fallen durfte, sondern wahrscheinlich eines der entscheidendsten der Saison werden würde. Für die Mannschaft des RS 19 ging es nach den letzten Spieltagen, an denen man gegen die ersten drei der Tabelle hatte antreten müssen und es – wie erwartet – keinen Punktgewinn gegeben hatte, darum, endlich vom Abstiegsplatz herunterzukommen. Doch auch die Bensberger brauchten den Sieg dringend, um nicht wieder in den Abstiegskampf verwickelt zu werden, von dem sie zu diesem Zeitpunkt nur sechs Punkte trennten. Während unseren Jungs jedoch klar war, dass der Ausgang des Spiels offen war und man einen Gegner auf Augenhöhe traf, trat der Gegner offensichtlich mit der Vorstellung an, dass die drei Punkte in jedem Fall nach Bensberg gehen würden.

Zu Beginn des Spiels wirkte der FC Bensberg dann auch leicht überlegen, denn die Mannschaft des RS 19 brauchte ihre üblichen zehn Minuten, um sich an den Gedanken zu gewöhnen, dass sie auf dem Fußballplatz stand und ein Meisterschaftsspiel absolvierte. Danach wurde aber sehr schnell deutlich, dass in diesem 16. Spiel der Saison, in dem endlich einmal alle Spieler gesund und auch nicht durch andere Verpflichtungen verhindert waren, etwas gehen konnte. Während die Bensberger eher auf ihre Körpergröße und einen schnellen Spieler auf der Außenbahn setzten, wirkten unsere C-Junioren technisch sicherer und nach und nach gelang es ihnen, das Spiel stärker in den Griff zu bekommen. Das erste Tor, das in der 25. Minute von Edi Lindner (10) erzielt wurde, war allerdings eher ein Glückstreffer, wenn auch ein wunderschöner. Einen Moment lang hatte der Gegner nicht aufgepasst und die Waldbröler Nummer 10 kam aus einiger Distanz frei zum Schuss. Der Ball senkte sich in einem langen Bogen und schlug in die rechte, obere Ecke des Bensberger Kastens ein. Bensberg wirkte schlagartig ernüchtert, während der Jubel auf heimischer Seite natürlich groß war. Die für ein solches Spiel ungewöhnlich zahlreichen Waldbröler Zuschauer gerieten jetzt richtig in Stimmung und feuerten die Jungs auf dem Platz kräftig an, wohl der erste Schritt dazu, dass die Atmosphäre begann sich aufzuheizen. Im Rest der ersten Halbzeit gab es noch einige kleinere Chancen auf beiden Seiten, doch es geschah nichts Entscheidendes mehr und unsere C-Jugend ging verdient mit der 1:0-Führung in die Pause. Die zweite Halbzeit begann genauso wie die erste geendet hatte, allerdings wurden die Nickeligkeiten auf dem Platz mehr und in de45. Minute erhielt der Spielführer des FC die gelbe Karte. Kurz darauf, während gerade ein Angriff auf das Waldbröler Tor lief und alle Zuschauer auf diese Seite des Platzes konzentriert waren, pfiff der Schiedsrichter plötzlich ab. Er hielt sich noch in der Bensberger Hälfte auf, in der Yannick Reinhold, flankiert von zwei Bensberger Abwehrspielern, zu Boden gegangen war. Der Schiedsrichter entschied auf Tätlichkeit und zog als Konsequenz die rote Karte. Für den schon gelb verwarnten Kapitän der Bensberger war damit das Spiel beendet. Ob dieser Platzverweis berechtigt war, ließ sich von Zuschauerseite nicht nachvollziehen, wichtig an dieser Stelle im Hinblick auf die späteren Ereignisse bleibt jedoch festzuhalten, dass niemand von Waldbröler Seite die Karte gefordert hatte. Verständlicherweise waren die Bensberger Spieler und ihre Begleiter nun ziemlich frustriert, doch obwohl der FC nur noch mit zehn Leuten auf dem Platz stand, war kaum eine Veränderung festzustellen. Erst etwa drei Minuten vor Ende gelang dem als Innenverteidiger spielenden Sam Protz (8) ein Traumpass auf Nick Crisci (7). Dieser setzte sich im Strafraum durch und erhöhte auf den Endstand von 2:0.

Soweit zum eigentlichen Spiel, der Ärger begann erst danach. Während sich die Waldbröler Seite natürlich lautstark freute, hatte Bensberg Schwierigkeiten mit der Niederlage umzugehen. Die offensichtliche Freude der Gewinner und einige dumme Bemerkungen heizten die Situation an. Während man für das teilweise ziemlich aggressive Verhalten der frustrierten Jugendlichen sicher noch einiges Verständnis aufbringen kann, fragt man sich schon, ob es dann aber nicht Aufgabe der Erwachsenen ist, die Situation zu deeskalieren. Ohne die Verantwortung ganz auf die Bensberger Begleiter schieben zu wollen, ist es trotzdem ein Armutszeugnis, wenn ein Sieg nicht anerkannt wird, sondern auf den Schiedsrichter oder die angeblich unmögliche Behandlung von rheinisch-bergischen Mannschaft im Oberbergischen geschoben wird. Wer (Fußball) spielt, muss auch lernen mit Niederlagen umzugehen. Eine Lektion, die unsere Jungs in dieser Saison schon zehn Mal über sich ergehen lassen mussten.

Aufstellung: im Tor Noah Lang; Defensive: Leon Jünger, Kugilay Metin, Sam Protz, Julian Zimmermann; Mittelfeld: Jordi Koch, Stefano Goecke, Kevin Drugov, Offensive: Nick Crisci, Edi Lindner, Yannick Reinhold; Ergänzungsspieler: Tom Elvermann, Jan Hofpfauf, Lutfi Bajrami, Moritz Gernert, Jan-Niklas Scheffler